… finde ich zurück in das normale, alltägliche, zufriedene Leben? Mir geht´s gut, ich bin sogar (körperlich?) gesund, hab einen Mann, der nicht eifersüchtig ist und mich nicht schlägt (und auch noch gut aussieht, erfolgreich und großzügig ist), eine geordnete Familie, brauche nicht zu überlegen, wenn ich den einen oder anderen Euro ausgeben möchte. Trotzdem, die Traurigkeit hört nicht auf.
Da war letztens wieder diese Frau (siehe “beste und schlechteste Seiten). Wir haben sie in der Früh hier im Haus getroffen, sie versorgt (vermutlich) die Katze einer Einwohnerin während deren Urlaub. Sie hat mich wieder beschimpft (weil ich angeblich meinem Sohn gesagt habe, er solle sie nicht grüßen). Und sie hat meinen Mann beschimpft, weil er sie nicht grüßt. Der hat nicht einmal gewusst, mit wem er es zu tun hat, er wusste nicht einmal, wie ihm geschieht, und hat entsprechend auch überhaupt nicht reagiert. Später meinte er dann, dass es nicht gerade erbaulich ist, wenn so jemand einen Hausschlüssel hat. Er meinte, er würde mit der Katzenbesitzerin sprechen, damit sie diese Person nicht mehr heranzieht.
Dann ist Frau Dr. G. (die Katzenbesitzerin) zurückgekommen, und ich habe meinen Mann gebeten, etwas zu unternehmen – ein freundliches Gespräch wäre doch möglich. Er hat gemeint, so wie ich beeinander bin, mit meinen Depressionen, und da man ja jederzeit nachprüfen kann, welche Medikamente ich seit Jahren nehme (Frau Dr. G. ist Ärztin und ich nehme seit Jahren Cipralex, die offenbar eh nicht wirken), würde ich umgehend entmündigt, sollte ich mich auch nur irgendwie bemerkbar machen oder gar mit diesen Damen anlegen. Und dann meinte er auch gleich, dass unser Sohn nie eine Chance auf einen Job haben wird, da er Waffenbesitzer ist (offiziell und angemeldet).
Und dann kamen wieder alle die alten Sachen. Die Schwester meines Mannes war bei uns angestellt und hat versucht, meine Position zu übernehmen. Sie hat unsere beiden Mitarbeiterinnen auf ihre Seite ziehen können. Ich habe gespürt, dass etwas nicht stimmt, konnte das Unbehagen aber nicht einordnen. Wochenlang. Monatelang. Mir ging es schlecht, ich war hoffnungslos überfordert, von der Arbeit, von den Kunden, von den Mitarbeiterinnen. Und eines Tages ist mir der Kragen geplatzt, weil Frau Silvia J. (damals schon so uralt wie ich niemals sein werde) nicht nur unfähig war, ihren Urlaub mit unserem abzustimmen, dauernd mit schriller Stimme stundenlang telefoniert hat und mir schrecklich auf die Nerven gegangen ist, und ich (in ihrer Abwesenheit) etwas über “diese blöde Urschel” beschimpft habe. Regina H., meine werte Schwägerin, hat dies sofort der Dame zurück erzählt. Die hat mich umgehend nicht mehr gegrüßt, während sie zu meinem Mann zuckersüss war. Und das in meiner Firma, meinen Räumen, die für mich so etwas wie meine erweiterte Wohnung waren. Und Sandra V., unsere dritte Mitarbeiterin, das dumme Mädel, die kleine Mitläuferin, meiner Schwägerin bis zum letzten ergeben, hat sich zu diesem Zeitpunkt nicht deklariert. Mein Mann gab mir die Schuld. Wenn etwas nicht funktioniert hat, schimpfte er immer mit mir, auch vor den Mitarbeiterinnen, weil er meinte, ich sei verantwortlich.
Gut, zugegeben, ich habe tatsächlich überhaupt keine Führungsqualitäten, habe eine Führungsposition auch nie angestrebt. Jedenfalls bat ich meine werte Schwägerin, Frau Regina H., die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Sie meinte, sie hätte richtig gehandelt, denn wenn ich imme so lüge müsse sie hier für Wahrheit sorgen. Nachdem ich nicht zustimmen konnte, gab sie Schlüssel zurück, schrieb mir noch 1-2 Drohbriefe und hat seitdem keinen Kontakt mehr (mit der restlichen Familie hatte sie übrigens schon Jahre vorher keinen Kontakt mehr).
Die Mitarbeiter der Firma P&T begannen, mich ganz persönlich zu mobben (ich kannte das Wort damals noch nicht). Faxe an MEINEN MANN, auflegen, wenn ich anrief, Frau Silvia J. gab mir Unterlagen einfach nicht weiter. Fräulein Sandra V. gab mir Telefongespräche nicht weiter. Aber sogar das bemerkte ich lange nicht, bis ich die Unterlagen fand und dabei war, wie sie ein Gespräch nicht weitergab. Ich stellte sie zur Rede. Sie meinte, ich hätte hier alles zerstört, wäre so böse zu Regina gewesen, die mich ja so geliebt hätte, und ich hätte ja immer so gelogen, sie mussten hier für Wahrheit sorgen. Ich sagte, du weisst schon, dass du eigentlich mit deiner Chefin redest. Du kannst dir eh nicht leisten, mich zu kündigen, das hat Regina auch gesagt, meint sie. Worauf ich sie auf der Stelle hinausgeworfen habe. Ich musste ihr noch 20.000,- öS zahlen, weil ich sie nicht ordentlich gekündigt hatte, aber das war mir ihr blödes Gesicht wert, das sie gemacht hat. Sie ging umgehend zur Firma P&T und hat sich dort über mich beklagt. Der Werbeleiter, Herr Ing. Helmut M. rief mich an und meinte, ich solle mich gefälligst am Riemen reißen. Sein Assistent, Herr Christian G., hat mir umgehend eine Menge dringende Arbeit aufgehalst, dabei bei Briefen und Faxen aber “Frau” durchgestrichen und “Herr” darübergeschrieben.
Klar, 3 sind mehr als 1, und noch dazu meine Angestellten, klar war ich die Böse und bin es bis heute. Frau Silvia J. musste dann endlich auch gehen, wir haben die Firma in dieser Form aufgelöst, sind in ein kleineres Atelier gezogen. Ich bekam einen Bandscheibenvorfall und habe viele Wochen lang starke Schmerzen gehabt.
Viele Jahre lang hat mein Mann mir Vorwürfe gemacht, manchmal auch noch heute (siehe oben). Ich sei Schuld, ich habe mich falsch verhalten (kann schon sein), meinetwegen haben wir eine gut gehende Firma mit lukrativen Kunden verloren. Für mich dagegen ist eine Last abgefallen. Ich hatte viele Jahre späetr noch Angstzustände, Schuldgefühle. Dabei – habe ich so viel gelogen? Ich hätte gleich sagen müssen, Frau Silvia J., du bist penetrant, hast eine unangenehme Stimme und ich halte deine Anwesenheit nicht aus. Aber ich dachte, dafür kann sie nichts. Rückblickend denke ich, ich war einfach überfordert – mit einer Arbeit, die ich nie gelernt habe, mit einer Situation, auf die ich nie vorbereitet war (Mitarbeiter), auf Bedrohungen von einer Seite, von der man damit nicht rechnet (die eigene Familie). Und Herr Christian G., der damals unser Kundenkontakt war, hat bereitwillig mitgespielt, wollte er doch eigentlich tun, was bis dahin unser Job war.
Später erst ist mir das ganze Ausmaß bewusst geworden. Leute, die meinen (damals kleinen) Sohn sahen und meinten, der sei ja eh lieb und normal. Meine werte Schwägerin, Regina H., hat herum erzählt, er sei völlig gestört, weil ich ihn so vernachlässige. Sie hat den beiden Mitarbeiterinnen gesagt, ich wolle sowieso zu Hause bleiben, und sie würde die Chefin werden. Sie hat von meinen Depressionen erzählt und intime Geheimnisse preisgegeben, die ich nur ihr anvertraut hatte, weil sie sich mir bis zuletzt als Freundin dargestellt hat. Aber mir ist schon klar, dass viele Fehler auch bei mir lagen – zu viel Vertrauen, Naivität, Überforderung, Schwäche.
Da war kürzlich die Nachricht von dem Dompteur, der gestolpert ist, und seine Tiger fielen über ihn her. So sind auch die Menschen. Zeige eine Schwäche, und sie werden stark und fallen über dich her. Das war, was damals passiert ist.
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